About the author

Dr. Dr. Rico Rutkowski

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Germany
040 7410 53259
r.rutkowski@uke.de
http://www.uke.de

CV

  • 2006–2011 Studium der Zahnmedizin (Uni Greifswald)
  • 2011–2017 Studium der Humanmedizin (Uni Greifswald)
  • 12/2016 Promotion Zahnmedizin
  • 06/2018 Promotion Humanmedizin
  • 12/2012–01/2019 Assistenzarzt/wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie / Plastische Operation, Universitätsmedizin Greifswald
  • 2016–2018 Koordinator Kopf-Hals-Tumorzentrum, Universitätsmedizin Greifswald
  • 2018–Plasma Medicine Award der International Society of Plasma Medicine (Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dr. H.-R. Metelmann)
  • seit 02/2019 Assistenzarzt/wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Co-authors

Dr. Christian Höhne, Dr. Frederic Kauffmann, Dr. Michael Hahn, Dr. Dr. Jan Semmusch, Priv.-Doz. Dr. Dr. Alexandre Assaf, Univ.-Prof. Dr. Max Heiland, Univ.-Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets

Lokale Bisphosphonat-Applikation im Rahmen der Socket Preservation – eine tierexperimentelle Studie am Göttinger Minischwein

Topic

Die resorptiven Umbauvorgänge nach einer Zahnextraktion resultieren in einem deutlichen Hart- und Weichgewebsverlust, der zu einer lokalen knöchernen Volumenreduktion von bis zu 25 Prozent im ersten Jahr und bis zu 60 Prozent in den ersten fünf Jahren führt. Vor allem die vestibuläre Knochenlamelle wird stark kompromittiert und konsekutiv insbesondere die für den Implantat-Langzeiterfolg ausschlaggebende vestibulolinguale Distanz reduziert. Ziel dieser tierexperimentellen Studie war es, den Einfluss der lokalen Applikation des Aminobisphosphonats Pamidronat im Rahmen der Socket Preservation mittels xenogenem Knochenersatzmaterial (BEGO OSS, BEGO Implant Systems GmbH & Co. KG) auf die resorptiven Umbauvorgänge und den Dimensionserhalt alveolärer Strukturen nach Zahnextraktion zu untersuchen.

Material und Methoden

Nach Extraktion von jeweils vier Unterkieferprämolaren (P2/3 beidseits) an insgesamt fünf Göttinger Minischweinen erfolgte bei zwei Tieren eine Socket Preservation mittels BEGO OSS (n = 8 Alveolen) und bei drei Tieren eine Socket Preservation mittels BEGO OSS + Pamifos (15 mg; n = 12 Alveolen). Die basierend auf zu definierten Zeitpunkten durchgeführten Abformungen, angefertigten Modelle, wurden mittels inLab X5 Scanner (Dentsply Sirona Deutschland GmbH) digitalisiert und nach Bearbeitung der Rohdaten mittels 3D Slicer die generierten STL-Daten mit GOM Inspect 2018 (GOM, Braunschweig) überlagert und analysiert. Nach 16 Wochen erfolgte die Entnahme der Unterkiefer sowie deren Aufbereitung und Untersuchung mittels histologischer Standardmethoden.

Ergebnisse

Der vestibulolinguale Dimensionsverlust fiel in der Testgruppe (BEGO OSS + Pamidronat) gegenüber der Kontrollgruppe (BEGO OSS) sowohl vestibulär (–0,80 ± 0,57 mm vs. –1,92 ± 0,63 mm; p = 0,00298) als auch lingual (–1,36 ± 0,58 mm vs. –2,56 ± 0,65 mm; p = 0,00104) signifikant geringer aus (Abb. 1–3). In der Testgruppe zeigte sich zudem ein signifikant erhöhter Dimensionsverlust im vestibulären Bereich, im Vergleich zur lingualen Seite des Alveolarfortsatzes (p = 0,04036; Abb. 3). In der histologischen Untersuchung stellten sich kortikal und spongiös durchbaute Alveolen dar. Partikuläre BEGO OSS Residuen waren vereinzelt erkennbar und teilweise von osteoklastärer Resorption umgeben. Die histologischen Befunde werden hinsichtlich Knochenstruktur und Umbauvorgängen diskutiert (Abb. 4–7).

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Summary:

Die adjuvante Anwendung von Pamidronat im Rahmen der Socket Preservation mittels xenogenem Knochenersatzmaterial reduziert signifikant den alveolären vestibulolingualen Dimensionsverlust und beeinflusst die resorptiven Umbauvorgänge am untersuchten Tiermodell. Weitere Untersuchungen im Hinblick auf u.a. Dosis-Wirkungs-Beziehungen, Volumeneffekte, Nebenwirkungen und eine Verifizierung der Tauglichkeit in Kombination auch mit anderen Knochenersatzmaterialien sind notwendig. Weiterhin sollte der Einfluss lokal applizierter Bisphosphonate auf die histologischen Umbauvorgänge in Bezug auf die zeitliche Dynamik analysiert werden.